Walter Deicken – Der Stern aus Neukölln

Freund Walter Deicken

Alias: Der Stern aus Neukölln

Walter Deicken wurde am 13. September 1891 in der Berliner Friedrichs-Vorstadt als ältester Sohn des Pianofortefabrikanten Richard Deicken und der Marie Rabe geboren. Bisher sind uns noch drei jüngere Brüder bekannt, die in den folgenden zwölf Jahren geboren wurden. Er ist in die Fußstapfen seines Vaters getreten und Instrumentenmacher geworden.
Walter ist nicht mit uns verwandt, jedenfalls konnten wir bisher keine Verwandtschaft nachweisen. Im Herzen fühlen wir uns ihm dennoch verbunden, da er der beste Freund von Gustav Peschke, dem Uropa der Einen, und seiner ersten Frau Frieda Holz war. Obwohl wir nicht viel über sein eigentliches Leben wissen, bekommen wir durch einige Postkarten, die er sich vor und während des Ersten Weltkrieges mit den beiden geschrieben hat, einen kleinen Einblick. Ebenso war er mit Frieda Zboromski, der besten Freundin von Frieda Holz, eng befreundet oder sogar liiert.
 
Von Walter und Frieda Z. sind folgende Zeilen am 31. Mai 1912 in Berlin SO36 verfasst worden:

Liebes Friedchen!
Diese Karte wird dich freuen.
Laß die Muße mich nicht gereuen
Dir zu senden viele Grüße
Beigefügt sind tausend Küsse
Freundschaftlichst grüßend von unserem Stammkaffé

 

Der Grund, aus dem wir Walter Deicken den Stern aus Neukölln nennen, ist eine Karte aus dem September 1912. Darin bezeichnet er sich selbst als „Der Neuköllner Stern“.
 
Postkarte_5_R_Neuköllner Stern
 
Für alle, die keine altdeutsche Schrift (Sütterlin) lesen können und da die Karte nicht ganz optimal zu lesen ist, hier die Übersetzung:

Liebe Frieda!
Hoffentlich hast Du uns nicht vergessen. Wir kommen morgen bestimmt nach dort wie verabredet. Pünktlich um 5 Uhr treffen wir ein in der Hoffnung, dass ihr gleich mit einem Flugzeug bereit steht grüßt euch Frieda.
Gruß sendet euch der Neuköllner Stern Walter


Zu Beginn des Ersten Weltkriegs schrieb er im September 1914 aus dem Reserve-Lazarett im Kloster Schönstatt in Vallendar am Rhein. Er wurde glücklicherweise nur an der rechten Hand verletzt und schreibt Frieda und Gustav, dass es ihm ansonsten sehr gut geht.
Zwei Jahre später, am 9. Juli 1916, starb er bei Beuvraignes in Frankreich im Alter von nur 24 Jahren.
Leider hatten Gustav, Frieda und Frieda nicht lange was von ihrem Stern aus Neukölln, jedoch werden sie ihn nie vergessen haben. Und wir als Nachkommen von Gustav Peschke versuchen, das Gedenken an seinen guten Freund Walter zu bewahren.