Buchstabensalat bei der Indexierung

Buchstabensalat –

Wenn das erahnen zum Grammatikunterricht wird

Bevor wir zu etwas konstruktiver Kritik kommen, wollen wir ein großes Dankeschön an Ancestry loswerden. Dass so viele Unterlagen von ihnen digitalisiert, indexiert und bereitgestellt werden, ist eine großartige Sache und hilft vielen Erahnern unglaublich weiter. Auch wir konnten dadurch schon öfter „von der Couch aus“ Ahnen suchen. Worauf so viele gewartet haben, nämlich die Unterlagen von Standesamt I, sind mittlerweile bis zum Buchstaben „B“ indexiert. Laut Ancestry-Newsletter ist damit zu rechnen, dass in diesem Jahr noch mehr kommt, da sie weiterhin fleißig beim der Digitalisierung und Indexierung sind.
 
Auch wir haben uns, wie viele andere Erahner, sofort auf die StA I – Unterlagen gestürzt und auf Teufel komm raus in Orten der Kreise Weststernberg und Insterburg nach Ahnen gesucht. Wir wurden teilweise sofort fündig, manchmal war etwas Kreativität bei der Suche vonnöten – oder auch der Zufall. Wir wollen unsere gesammelten Eindrücke mit euch teilen und euch ein paar Tipps geben, worauf man bei der Namenssuche bei Ancestry achten sollte.
 
Falls sich die Vorrede so anhört, dass wir generell mit der Indexierung bei Ancestry unzufrieden sind, wollen wir das schonmal vorab richtigstellen. Obwohl es einige Einträge gibt, die schlicht und ergreifend als Indexierungsfehler zu bezeichnen sind, liegt das Problem häufig darin, dass viele Standesamtsunterlagen sehr schlecht geschrieben sind. Nehmen wir als Beispiel den Kreis Insterburg: Die Unterlagen sind durchgängig (also immerhin konstant) schlecht geschrieben und wir haben dadurch mehrmals Personen umbenannt, weil wir jedes Mal was anderes erkennen.

Ein paar Beispiele kreativer Indexierung

Da die Vorfahren der Einen aus Weststernberg kommen, sind wir bei unserer Suche unter anderem über den kleinen Ort Balkow bei Ziebingen gestolpert. Dort lebte eine Familie Nemack.
Um alle Nemacks (existierende Varianten sind auch Nemak, Nämack und Nämak) zu finden, sind folgende Namensvarianten zu suchen:

  • Nemark
  • Nemck
  • Nermak
  • Nömack
  • Nomack
  • Novack
  • Nowack
  • Nemah
  • Remark

Ein zweites Beispiel aus Balkow ist die Familie Schieche:

  • Schiechl
  • Schiecke
  • Schilche
  • Schische

Familie Rex aus Balkow:

  • Rest
  • Rese
  • Rax

Zu guter Letzt Familie Koschenz aus Grimnitz:

  • Roschenz
  • Roschewz
  • Rorhenz

Was lernen wir daraus?

Sobald ihr auf Ancestry einen Index findet, bei dem ihr euch sicher seid, dass er falsch ist, meldet das! Es gibt auf dieser Seite glücklicherweise die Möglichkeit, alternative Informationen hinzuzufügen. Diese werden nochmals von Ancestry geprüft und entsprechend geändert. Das kann eine Weile dauern, aber es passiert auf jeden Fall. Alle oben erwähnten Beispiele haben wir bereits als Änderungen eingereicht. Sich über falsche Indexierung zu ärgern ist sicherlich berechtigt, aber man kann das ändern! Dadurch macht man es außerdem anderen Erahnern leichter, da Personen dadurch unter ihren richtigen Namen zu finden sind.
 
Einen kleinen Tipp zum Schluss haben wir noch: Benutzt euer Vorstellungsvermögen bei der Namenssuche. Versucht euch vorzustellen, wie man alte Buchstaben oder Buchstabenkombinationen noch lesen könnte. Ein lr kann beispielweise bei manchem als b durchgehen, ein e als l, ein h als k oder auch andersherum.
 
Wenn ihr nach Doppellauten wie ä, ö, ü sucht, probiert auch einfach mal ae, oe, ue aus.
 
Auch bei Großbuchstaben am Wortanfang lohnt sich eine Suche nach ähnlich geschriebenen Namen, z.B. K und R (siehe Koschenz) oder P und J.
 
Paradoxerweise ist letzteres bei einem Herrn Eduard Josef Pohnke passiert (indexiert als Eduard Josef Johnke):

Pohnke Indexierung
Quelle: ancestry.de

So schön der Standesbeamte geschrieben hat, so wenig hat er an die Indexierer gedacht.
 
Das wars für heute mit Tipps. Wir wünschen euch weiterhin viel Spaß und viel Erfolg beim erahnen.
 

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