Mombrai, Mombrée oder auch Mombrea

Die Geschichte einer Familie aus Ostpreußen –

und ihrer verschiedenen Nachnamen

Auf Familie Mombrai sind wir bereits zu Anfang des erahnens gestoßen. In den zahlreichen Unterlagen, die die Familie der Einen von verstorbenen Verwandten besaß, fand sich eine interessante Abschrift einer Geburtsurkunde. Es war die Geburtsurkunde von Gustav Peschke, dem Uropa der Einen. An und für sich noch nichts besonderes – bis uns der Name seiner Mutter ins Auge fiel.

Gustavs Mutter hieß Auguste Wilhelmine Mombrai. Zuerst waren wir uns auch sicher, dass ihr Nachname Mombrai lautet, allerdings haben wir uns (von uns selbst) zu sehr verunsichern lassen. Wir haben nämlich sofort eine Websuche gestartet und nichts gefunden, was uns weitergebracht hätte. Unsere Schlussfolgerung war daher, dass der Name Mombrai nicht stimmen kann! Die mitunter ziemlich ausladende Schreibweise hat ihr Übriges zur Verwirrung beigetragen und so kamen die aus heutiger Sicht interessantesten Namensvarianten zustande. Hier ein paar Beispiele:

  • Meombrai
  • Meornbrai
  • Mombrau

Den Rest der Varianten wollen wir euch an dieser Stelle ersparen. Nur so viel sei gesagt: Ein Spitzname, den wir der Familie nach der großen Namensverwirrung gaben, lautete Möhrenbrei.

Wie sich nach dem ersten Besuch im Landesarchiv Berlin und tatkräftiger Lesehilfe von Martina Rohde (nach zwei Sekunden) herausstelle, lautete der Name auf der Urkunde tatsächlich Mombrai. Darum wollen wir an dieser Stelle nochmal sagen: Lasst euch beim erahnen nicht zu sehr verunsichern – erst recht nicht von euch selbst. Auch wenn man nicht auf Anhieb was findet, heißt das noch lange nichts.

Zurück zu Familie Mombrai

Wie oben erwähnt, wussten wir von der Existenz der Familie Mombrai durch die Mutter von Gustav Peschke. Nach kurzem erahnen fanden wir in Berlin sogar eine Schwester mit Namen Anna Henriette Mombrai, geschiedene Lux, verwitwete Burgschweiger – von Gustav auch kurz Tante Anna genannt. Durch die Ehen der beiden Schwestern kannten wir bald auch die Namen der Mombraischen Eltern und wo die Familie herkommt. Der Vater hieß Friedrich Mombrai und war Schneidermeister, die Mutter hieß Karoline Mikkoleit. Beide waren gebürtig aus Ostpreußen und blieben dort ihr Leben lang. Ihre Tochter Auguste wurde am 31. Januar 1862 in Groß Kallwischken, Kreis Darkehmen geboren, Anna am 30. Dezember 1864 in Labowischken, Kreis Darkehmen. Da die Kirchenbücher aus der zuständigen Kirche in Ballethen leider nicht überliefert sind, wissen wir nichts zu weiteren Vorfahren. Der Name Mombrai ist in den Kreisen Darkehmen und Gumbinnen allerdings vielfach zu finden, weshalb wir vermuten, dass es weitere Verwandte sein könnten.
 
Durch die jüngsten Aktualisierungen bei Ancestry konnten wir zu unserer eigenen Überraschungen einige wichtige Informationen ergänzen.
Es fing damit an, dass wir die Ehe von Margarethe Lux, der Tochter von Tante Anna, in Althof, Kreis Insterburg, gefunden haben. Wir hatten schon angefangen, uns zu wundern, warum in Berlin keine Ehe aufzutreiben war. Sie war schließlich auch in Berlin geboren und lebte dort mit ihrer Mutter. Aufgrund der Tatsache, dass einer der Trauzeugen ein gewisser Johann Mombrée war, suchten wir in der Hoffnung, mehr über Johann Mombrée herauszufinden, nach weiteren Unterlagen in Althof. Nach einer Buchstabensalat-Suche fanden wir die Sterbeurkunden der Mombraischen Eltern unter Mombrea und Mombera.
 
Eine interessante Information aus seiner Sterbeurkunde war, dass Friedrich Mombrai aus Judtschen, Kreis Gumbinnen stammt. Da wir schon immer fanden, dass der Nachname Mombrai französisch angehaucht ist, fanden wir nun eine bestätigende Erklärung dazu: In Judtschen siedelten nämlich französische und schweizerische Immigranten. Die Vermutung liegt also nahe, dass die Familie ursprünglich (im Laufe des 17. Jahrhunderts) aus Frankreich oder der Schweiz nach Preußen kam.
 
Dank der vorösterlichen Aktualisierung der Hamburger Datenbanken auf Ancestry konnten wir der Familie Mombrai ein weiteres Familienmitglied bescheren: Einen Bruder namens Friedrich Eduard Mombrée. Dieser wurde am 2. Juli 1872 in Labowischken, Kreis Darkehmen, geboren. Statt nach Berlin hat es ihn als Matrosen nach Hamburg verschlagen, wo er am 19. Januar 1921 Anna Minna Olga Ohlmeier ehelichte.
 

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