Infos über Alfred & Charlotte Gröning und „Zum Weißen Rößl“

Charlotte Gröning, geborene Kuester

Die Urgroßtante der Einen

 
Falls sich jemand an Alfred und Charlotte Gröning aus Spandau erinnern kann, noch alte Fotos, Postkarten, Briefe oder Anekdoten besitzt, würden wir uns sehr freuen, wenn sich der- oder diejenige bei uns unter der E-Mail-Adresse wanted@erahnen.com meldet.

 
Wir wollen hier in erster Linie die Geschichte von Charlotte Kuester, später verheiratete Gröning, erzählen, da wir über Alfred Gröning relativ wenig wissen.
 
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Über Charlotte

Charlotte Marie Martha Kuester wurde am 21. April 1900 in Berlin im heutigen Bezirk Tiergarten geboren. Sie war das jüngste Kind von Franz Joseph Kuester, ehemals Koscielny, und Anna Wilhelmine Weißenfeld. Ihr Bruder, der Uropa der Einen, Otto Franz Kuester, war zwei Jahre älter als sie.
Ihr Vater, der Grünkramhändler Franz Kuester, verstarb früh im Jahr 1915. Seine Todesursache ist uns nicht bekannt, allerdings gab es laut seiner Sterbeurkunde polizeiliche Ermittlungen. Abgesehen davon wissen wir von Charlottes frühen Jahren leider wenig, da ihr Bruder seinen Nachkommen nichts darüber berichten konnte. Seit April 1945 galt er nämlich als vermisst. Nach dem Krieg wurde die Familie durch den Mauerbau getrennt, so dass persönliche Treffen und ein Austausch über Familiengeschichten nicht oder nur schwer möglich gewesen wären.
Charlotte war im Laufe ihres Lebens dreimal verheiratet. Ihren ersten Ehemann Bernhard Ewald Martin Kalisch heiratete sie 1920 in Berlin. Den zweiten, Heinrich Bruno Felix Möhring, 1929 ebenfalls in Berlin. Beide Ehen blieben unseres Wissens nach kinderlos und wurden geschieden. Anschließend lernte sie, vermutlich auf der Insel Usedom, Alfred Gröning kennen.

Über Alfred

Alfred Gröning wurde am 4. März 1900 in Memel geboren. Von Beruf war er Feinmechaniker. Nach dem Zweiten Weltkrieg verließ er seine Heimat und gelangte über den Seeweg nach Usedom.
 
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„Zum weißen Rößl“ in Ahlbeck

Charlotte betrieb von spätestens 1943 bis 1953 das Hotel „Zum weißen Rößl“ in Ahlbeck, Bergstraße 6 auf Usedom. Sie übernahm das Hotel von ihrer Mutter, wie diese in den Besitz eines Hotel kam ist uns allerdings unklar. Zu diesem Zeitpunkt lautete ihr Nachname noch Möhring. Im Zuge der „Aktion Rose“ wurde das Hotel „in Volkseigentum überführt“ und somit enteignet. Charlotte wurde verhaftet und kam für sechs Monate ins Gefängnis. Als Begründung ihrer Strafe wurde der Besitz von 60 Eiern und zwei Zentnern Gerste „ohne Bezugsberechtigung“ angegeben.

Heirat und späte Jahre in Berlin

Nach ihrer Entlassung aus der Haft ging Charlotte mit Alfred nach Berlin zurück. Sie heirateten 1955 in Kreuzberg und zogen kurz darauf nach Spandau, wo sie bis zum Ende ihrer Tage lebten. Ihre letzte uns bekannte Adresse war in der Cautiusstraße. Alfred starb im Jahr 1977, Charlotte vier Jahre darauf.
 
Da die Familie durch die Mauer getrennt war, wissen wir leider nur das. Wir besitzen keine Fotos oder Dokumente von Charlotte Gröning oder ihrem Ehemann. Daher starten wir diesen Aufruf in der Hoffnung, dass sich jemand an die beiden oder das Hotel „Zum weißen Rößl“ erinnern kann.